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Golfsport in China

  
               
                              
 
Ein schlafender Drache erwacht- Golfsport in China

Das Reich der Mitte rückt im Golfsport nicht erst seit Guan Tianlang und Ye Wo-Cheng in den Mittelpunkt des Interesses. Der Golfsport ist in China immer mehr auf dem Sprung nach Vorne und wird somit auch für Reisende immer interessanter.

China drängt in die Welt des Golfs. Nicht nur die beiden minderjährigen Golfer Guan Tianlang (14 Jahre) und Ye Wo-Cheng (12 Jahre) spielen eine immer größere Rolle im internationalen Golfsport. Das Land hat bereits von sich reden gemacht, als der European-Tour-Kalender 2013 mit drei Events im Reich der Mitte veröffentlicht wurde – zwei davon lukrative und gut besuchte Saisonfinal-Turniere. Es scheint, als mache China ernst mit Golf. In den letzten Jahren wurden an die 430 neue Golfplätze im Reich der Mitte erbaut.
 
Für mehrere Jahrzehnte war der "Sport der Reichen“ in der Volksrepublik verboten, doch mit der wachsenden Wirtschaft und dem immer größer werdenden Wohlstand wächst auch das Interesse am Sport. Doch gibt es einen großen Zwiespalt: die Nachfrage nach Golf ist riesig, so sollen in den nächsten Jahren allein um die Hauptstadt Beijing herum 40 neue Plätze entstehen. Allerdings ist der Neubau von Golfplätzen seit 2004 wieder verboten. Die kommunistische Regierung hat kein allzu großes Interesse daran, "Golfsport für das Volk“ zu entwickeln. Doch da sich China immer mehr dem Westen- und vor allem westlichen Investitionen im Land-öffnet, gehört auch eine Öffnung hin zu westlichen Sportarten zu den Aufgaben der Regierung. Außerdem wird der Sport um den kleinen weißen Ball von den Reichen, Schönen und hervorragend vernetzten Chinesen einfach geliebt. Auch aus diesem Grund drückt die Regierung oftmals beide Augen zu.
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Doch öffnet sich China nur zu eigenen Konditionen. Es ist daher anzunehmen, dass die offiziellen internationalen Turniere wie die China Open oder der Omega Mission Hills World Cup eher der eigenen Propaganda, Reputation und der politischen und privatwirtschaftlichen Landschaftspflege dienen.  
Sport ist im Reich der Mitte allgegenwärtig und ein wichtiger Part im Leben vieler Chinesen. Am häufigsten werden jedoch Basketball und Tischtennis gespielt. “Golf in China sei bis heute ein Spiel der Reichen, der Sport des Westens”, sagt Elvin Chua der Marketing-Executive des Spring City Resorts, von Golf Digest unter die 100 besten Plätze außerhalb der USA gewählt. Golf spielen nur wenige Chinesen; gemessen an dem enormen Einwohnerpotential ist die Zahl aktiver Golfer in China mit 400.000 unfassbar gering. Dennoch soll bis 2020 diese Zahl auf 20 Millionen explodieren, glaubt man der Chinese Golf Association (CGA).
 
Wichtig ist auch, dass Golf seit 2009 eine olympische Sportart ist. Die olympischen Spiele, und hier vor allem der Medaillenspiegel, spielen eine große Rolle im chinesischen Selbstbewusstsein. Da China nun auch dort Chancen sieht, ist Golf von einem “Sport der Reichen“ zu einem richtigen Sport geworden. Zhang Xiaoning (Director of Multi-Ball Games Administrative Centre of General Administration of Sport, Deputy Chairman & Secretary General of China Golf Association) sagt: “Das herausragende Spielerfeld bei der BMW Masters wird einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung des Golfsports in China leisten und junge Menschen dazu anregen, diesen Sport auszuüben.”
 
 
Nach offiziellen Angeben gibt es 500 Golfplätze in China. Zum Vergleich: alleine Florida hat ca. 1100 Plätze. Die strukturellen Zahlen sind somit äußerst gering und die Golfplätze sind vor allem in städtischen Ballungszentren wie Shanghai oder Beijing zu finden. Dennoch sprechen die Wachstumsprognosen für eine rasante Entwicklung: bis 2015 sollen es 2.700 werden. Trotz der Probleme entstanden in den letzten Jahren im Durchschnitt 30 neue Plätze, finanziert von privaten Investoren oder Investorengruppen. Und es sind auch viele Plätze in eher ländlichen Gegenden gebaut worden.
 
Lässt man das gesunde Misstrauen außer Acht und die Zahlen bestätigen sich in der Zukunft, muss man von einer positiven Entwicklung sprechen. Des Berufes wegen Eingewanderte Ausländer und eine aufstrebende Mittelschicht werden voraussichtlich die Masse der prognostizierten 20 Millionen stellen. In den städtischen Ballungsräumen ist es nicht unwahrscheinlich, auch befeuert durch die beiden Jungstars, dass der Sport in Zukunft auf ein breiteres chinesisches Fundament gestellt wird.
 
Der reiselustige Golftourist wird in China mit teilweise spektakulären Anlagen verwöhnt und es gibt zahlreiche Reiseagenturen, die besondere Golfreisen anbieten. Ein Ressort sticht hierbei besonders heraus. Der ”Mission Hills Golf Club” erstreckt sich auf einer Größe von 3.000 Fußballfeldern und ist gut 70 Kilometer von Hongkong in der Provinz Guangdong gelegen. 100 Shuttlebusse verkehren an normalen Tagen zwischen der Metropole und der Anlage. Dort angekommen lässt sich auf zwölf 18-Loch-Plätzen spielen, die für jedes Handicap die passende Herausforderung bieten. Es ist die größte bespielte Anlage der Welt. Der Clou: Jeder der Plätze ist von einer anderen Golflegende entworfen worden. Nick Faldo, Jack Nicklaus oder Anika Sörenstam gehören zu den illustren Platzdesignern. Hier war u.a. auch schon die Golflegende Tiger Woods zu Gast und wurde von Tausenden Fans frenetisch begrüßt.
 
Vor allem Hainan ist eine der ergiebigsten und anziehendsten Provinzen in China für den Golftouristen. Die Provinzregierung legt grossen Wert darauf in tropischer Landschaft schönen Anlagen zu errichten und somit immer mehr Touristen anzuziehen.
 
Chinas Golfsport entwickelt sich also rasant und es kann davon ausgegangen werden, dass einige Golfplätze bald zu grosser internationaler Anerkennung kommen. Vor allem Hainan, Shanghai und Guangdong werden sich zu Golfmekkas entwickeln. Der erfolgreichste chinesische Pro, Liang Wen Chong sagt: "Golf wird immer populärer und die China Golf Association verstärkt ihre Anstrengungen, das Niveau der Spieler anzuheben. Wer auch immer China bei den Olympischen Spielen 2016 vertritt, wird hoffentlich ein gutes Resultat erzielen. Ich konzentriere mich weiterhin auf meine Turniere und hoffe, dass ich mich bis 2016 für die Spiele qualifiziere – es wäre eine große Ehre, mein Land in Rio zu repräsentieren.“
 
Auch wenn Golf auch in Zukunft wohl nicht zum Breitensport werden wird – dafür ist das Einkommensgefälle zwischen dem Land und den Grossstädten einfach zu steil – wird sich der Sport in China weiter entwickeln und wer weiß, vielleicht wird es in Zukunft mit Guan Tianlang oder Ye Wo-cheng ja einen Major Gewinner aus dem Reich der Mitte geben.


Quelle: Autor Denis Krick & Janak Weiss